Dieses Buch war ein Spontankauf, leider etwas zu spontan.
Da ich selbst in Australien war und mich in das Land verliebt habe, auch schon mehrere Bücher und Reiseberichte darüber gelesen habe, habe ich mich auf das Buch gefreut und sofort zu lesen begonnen. Leider wurden meine Erwartungen enttäuscht.
Das Buch hat so wenig mit Australien zu tun, wie die Milchschnitte mit Milch.
Die Geschichte handelt von einem Jungen der Hals über Kopf nach Australien fliegt und dort ein Mädchen kennenlernt. Wenn man selbst gerade in der Pubertät steckt, kann es sein, dass man vor Lachen vom Stuhl fällt, ich hab mich aber meistens gefragt, was sich der Gute da zusammenspinnt, und wann denn endlich etwas passiert. Natürlich gibt es auch gute Bücher, die ohne große Handlung überzeugen, dieses gehört jedenfalls nicht dazu. Nicht einmal der bei Amazon so gelobte Schreibstil kann als solcher bezeichnet werden. Man bekommt sogar den Eindruck, dass der Autor noch nie in Australien war und deshalb einfache Stereotype auspackt. Richtig entsetzt war ich dann, als es darum ging, dass das Mädchen nach Sydney fliegen will. SYDNEY nicht Sidney! Und dieser Fehler taucht nicht nur einmal auf. Mein Eindruck: schlecht oder gar nicht recherchiert, hingeknallt, sprachlich nicht anspruchsvoll, nicht spannend, nicht packend. Da ich jemand bin, der halb gelesene Bücher nicht liegen lassen kann, habe ich das Buch natürlich trotzdem ganz gelesen, auch wenn der Drang groß war, gar nicht erst weiterzulesen nach der ersten Hälfte.
Wenn du männlich bist, in der Pubertät steckst und dich grad selbst suchst – sehr zu empfehlen, dieses Buch könnte dir viel Spaß bereiten.
Wenn du das alles nicht bist, empfehle ich dir ein anderes Buch, das mindestens genauso witzig ist, wenn nicht noch witziger, ehrlicher, recherchiert, gut geschrieben und man lernt sogar die echten Aussies mit ihren Besonderheiten kennen: Eine Geshichte von Julica Jungehülsing, die selbst seit Jahren in Sydney lebt …
Ein Jahr in Australien: Reise in den Alltag
Die Wörterfee *°*
